Verpackungstipps vom Profi
Sicher verpackt ist halb umgezogen
Ein Umzug steht an und plötzlich wird einem bewusst, wie viel Zeug sich über die Jahre angesammelt hat. Bücher, Geschirr, Elektronik, Dekoration – alles muss irgendwie sicher von A nach B kommen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Technik ist das Verpacken kein Hexenwerk. Die schlechte: Wer hier schludert, findet am anderen Ende zerbrochene Teller und zerkratzte Möbel vor. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Hausrat so verpacken, dass er den Transport unbeschadet übersteht.
Das richtige Material macht den Unterschied
Bevor Sie loslegen, brauchen Sie das passende Verpackungsmaterial. Sparen Sie hier nicht am falschen Ende – ein kaputter Fernseher ist teurer als ein paar Euro mehr für ordentliche Kartons. Zur Grundausstattung gehören:
- Umzugskartons in verschiedenen Größen (kleine für Bücher, große für leichte Sachen)
- Zeitungspapier oder Packpapier zum Einwickeln
- Luftpolsterfolie für empfindliche Gegenstände
- Klebeband – und zwar das breite, stabile
- Edding und Aufkleber zum Beschriften
- Kleiderboxen mit Kleiderstange für Anzüge und Kleider
Ein Tipp aus der Praxis: Bananenkisten vom Supermarkt sind kostenlos und stabil, aber oft zu klein und haben keine Deckel. Für einen stressfreien Umzug lohnen sich echte Umzugskartons.
Zimmer für Zimmer vorgehen
Der größte Fehler beim Packen? Alles durcheinander in Kartons werfen. Am Umzugstag steht man dann in der neuen Wohnung und sucht verzweifelt die Kaffeemaschine, die irgendwo zwischen Winterjacken und Büchern steckt.
Packen Sie stattdessen Raum für Raum. Beschriften Sie jeden Karton mit dem Zimmer und dem groben Inhalt. "Küche – Töpfe" ist besser als "Diverses". Noch besser: Nummerieren Sie die Kartons und führen Sie eine Liste. Klingt übertrieben, spart aber am Ende Stunden.
Beginnen Sie mit Räumen, die Sie bis zum Umzug nicht mehr brauchen – Gästezimmer, Abstellkammer, Keller. Die Küche und das Bad packen Sie erst in den letzten Tagen, weil Sie dort bis zuletzt Dinge benötigen.
Geschirr und Gläser: Die Königsdisziplin
Nichts geht beim Umzug so leicht kaputt wie Geschirr. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Technik kommen auch Omas Porzellantassen heil an.
Wickeln Sie jedes Teil einzeln in Papier ein. Teller stellt man hochkant in den Karton – wie Schallplatten. So verteilt sich der Druck gleichmäßig und sie brechen nicht so leicht. Gläser bekommen eine extra Portion Polsterung: Papier ins Glas stopfen, dann außen einwickeln.
Der Boden des Kartons wird mit zerknülltem Papier gepolstert, ebenso die Zwischenräume und die oberste Schicht. Der Karton sollte sich beim Anheben nicht durchbiegen. Schreiben Sie "Zerbrechlich" und "Oben" drauf – und hoffen Sie, dass es jemand liest.
Elektronik transportsicher machen
Fernseher, Computer, Spielkonsolen – moderne Elektronik ist empfindlich und teuer. Im Idealfall haben Sie die Originalverpackung noch. Falls nicht, müssen Sie improvisieren.
Flachbildfernseher transportiert man am besten aufrecht, nicht liegend. Wickeln Sie das Gerät in eine Decke oder Luftpolsterfolie und fixieren Sie es im Transporter so, dass es nicht umfallen kann. Noch besser: Es gibt spezielle TV-Kartons mit Schaumstoffecken.
Bei Computern die Festplatte sichern, bevor Sie den Rechner bewegen. Kabel beschriften oder fotografieren – sonst rätseln Sie später, was wohin gehört. Drucker und Scanner haben oft Transportsicherungen, die Sie vor dem Verpacken aktivieren sollten.
Kleidung clever verpacken
Kleidung ist unkompliziert, nimmt aber viel Platz weg. T-Shirts, Pullover und Alltagskleidung können Sie in normale Kartons oder Koffer packen. Nutzen Sie Ihre Koffer – die müssen sowieso mit und sind perfekt für Textilien.
Für Anzüge, Kleider und empfindliche Stoffe lohnen sich Kleiderboxen mit integrierter Kleiderstange. Die Sachen hängen darin wie im Schrank und kommen knitterfrei an. Alternativ können Sie einen Müllsack von unten über die hängenden Kleidungsstücke ziehen – das schützt vor Staub und Schmutz.
Schuhe stopfen Sie mit Papier aus, damit sie ihre Form behalten. Besonders wertvolle Schuhe bekommen einen eigenen Beutel, damit sie keine anderen Sachen verschmutzen.
Die Küche: Mehr als nur Geschirr
Die Küche ist beim Umzug eine besondere Herausforderung. Neben dem Geschirr gibt es Elektrogeräte, Lebensmittel und oft eine Einbauküche, die ab- und wieder aufgebaut werden muss.
Lebensmittel: Verbrauchen Sie in den Wochen vor dem Umzug möglichst viel. Tiefkühlware lässt sich schlecht transportieren. Gewürze, Öle und andere Flüssigkeiten gehören in dichte Plastiktüten – ein ausgelaufenes Olivenöl ruiniert den ganzen Karton.
Elektrogeräte: Kühlschrank mindestens 24 Stunden vor dem Umzug abtauen und auswischen. Die Tür im Transporter leicht geöffnet lassen oder fixieren. Kleine Geräte wie Mixer oder Toaster können Sie in ihren eigenen Kabeln wickeln.
Bei einer Einbauküche wird es kompliziert: Arbeitsplatten müssen oft angepasst werden, Wasser- und Stromanschlüsse stimmen selten überein. Das ist ein Fall für professionelle Küchenmontage – hier spart man am falschen Ende, wenn man selbst schraubt.
Möbel vorbereiten
Große Möbel wie Schränke, Betten und Regale müssen meist zerlegt werden, um durch Türen und Treppenhäuser zu passen. Sammeln Sie alle Schrauben in einem beschrifteten Zip-Beutel und kleben Sie ihn an das entsprechende Möbelstück.
Schubladen und lose Teile sichern Sie mit Klebeband oder Frischhaltefolie. Glasböden und Spiegel werden ausgebaut und separat verpackt. Polstermöbel schützen Sie mit Decken oder Folie vor Schmutz und Kratzern.
Komplexe Möbelsysteme wie begehbare Kleiderschränke oder Schrankwände sind oft schwieriger abzubauen als gedacht. Wer sich unsicher ist, sollte auf professionelle Demontage und Montage setzen – das schont Nerven und Möbel gleichermaßen.
Wertvolle und empfindliche Gegenstände
Manche Dinge sind unersetzlich: Erbstücke, Kunstwerke, hochwertige Möbel. Diese Stücke verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Für Gemälde und gerahmte Bilder gibt es spezielle Bilderkartons. Alternativ schützen Sie die Ecken mit Schaumstoff und wickeln das Ganze in Luftpolsterfolie. Niemals flach stapeln – immer hochkant transportieren.
Antiquitäten und hochwertige Möbel sollten Sie vorher fotografieren – für die Versicherung und als Nachweis des Zustands. Bei besonders wertvollen Stücken lohnt sich der Transport durch Spezialisten, die Erfahrung mit empfindlichen Gütern haben.
Die häufigsten Fehler vermeiden
Nach hunderten Umzügen kennen wir die typischen Fehler:
- Kartons zu schwer packen: Bücher sind der Klassiker. Ein voller Bücherkarton ist kaum noch zu tragen. Mischen Sie schwere Bücher mit leichten Sachen oder nutzen Sie kleine Kartons.
- Zu wenig Polsterung: Lieber zu viel als zu wenig. Wenn der Karton beim Schütteln klappert, fehlt Füllmaterial.
- Kartons nicht beschriften: "Sonstiges" hilft niemandem. Seien Sie konkret.
- Zu spät anfangen: Packen dauert immer länger als gedacht. Planen Sie mindestens zwei Wochen ein.
- Alles mitnehmen: Ein Umzug ist die perfekte Gelegenheit auszumisten. Was Sie seit Jahren nicht benutzt haben, brauchen Sie wahrscheinlich auch in der neuen Wohnung nicht.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Nicht jeder hat die Zeit, die Kraft oder die Lust, alles selbst zu packen. Gerade bei größeren Haushalten, wertvollen Gegenständen oder wenn die Zeit knapp ist, kann professionelle Unterstützung den Unterschied machen.
Besonders bei Seniorenumzügen ist ein Komplett-Service oft die bessere Wahl. Das Verpacken eines ganzen Haushalts ist körperlich anstrengend – da muss man niemandem etwas beweisen.
Wir bieten Verpackungsservice auf Wunsch: Sie zeigen uns, was mitkommt, und wir kümmern uns um den Rest. Von der Küche bis zum Kleiderschrank, vom Einpacken bis zum Auspacken am neuen Ort.
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